Bevölkerung / Schutz und Belebung der Kultur

Kumu Kealas HändeDie Ur-Bevölkerung Hawai’is stammt von Seefahrern des polynesischen Raumes ab. Wie zur Geschichte kurz beleuchtet, gelangten die ersten Siedlerinnen und Siedler von den Marquesas und Samoa. Den ersten nachhaltigen Kontakt mit Weissen kam am 18. Januar 1778 zustande, als die beiden Schiffe des englischen Seefahrerkapitäns Cook, ‚Resolution’ und ‚Discovery’ vor O’ahu gesichtet wurden und zwei Tage später auf Kaua’i strandeten. Damals betrug die Bevölkerung der hawaiischen Inseln – je nach Quelle und Schätzung – zwischen 400'000 und 1'000'000 Personen. Innert kürzester Zeit wurde sie durch ihnen bisher unbekannte Krankheiten praktisch hinweggerafft. So lebten 1822 bloss noch 200'000 reinblütigen Hawai’ierinnen und Hawaiier, 1836 108'000, 1878 bloss noch 48'000, 1890 39'000, 1922 bloss noch 24'000 auf den Inseln. Und im Jahre 2003 hat Martha H. Noyes („Then there were none“), welcher wir diese Angaben verdanken, ihr Buch den bloss noch 5'000 reinen Hawaiierinnen und Hawaiiern gewidmet. Den Rest der rund 1,1 Mio. zählenden Bevölkerung zählen Menschen verschiedenster kultureller und sozialer Hintergründe. Mit dem Einzug von Missionaren, Unternehmern und Arbeitern aus zahllosen anderen Ländern ging die Abnahme der Wertschätzung für die einheimische Kultur einher, für die ka po’e kahiko („die Menschen der alten Zeit“) und deren Lebensart.

Allerdings riss der Faden zu den Ahnen nie ganz ab. Selbst in wirtschaftlich härtesten Zeiten waren einige eifrig Studierende auszumachen, welche sich um die Erhaltung des früheren Kultur verdient gemacht haben. Ernsthafte Bemühungen, die hawaiischen Traditionen nicht verschwinden (oder verkitschen) zu lassen, nahmen im Jahre 1970 ihren Anfang. Unter der Bezeichnung „Hawaiian Renaissance“ entstand eine Bewegung, die wichtigsten Bereiche der Kultur mit einzubeziehen; so auch den traditionellen, möglichst unverfälschten Hula, die einheimische Sprache und Künste und Handwerk. Auch eine eigentliche Unabhängigkeitsbewegung ist fest zu stellen. Was mit einigen wenigen begann, weitete sich aus und fand am 17. Januar 1993, dem letzten Tag des ‚ONIPA’A (der hundertjährigen Beobachtung des Sturzes der hawaiischen Monarchie), ihren vorläufigen Höhepunkt. Das Bedürfnis nach gründlicher Ausbildung auch in hawaiischer Sprache und Kultur wurde als ausgewiesen anerkannt und entsprechend entstanden Schulen, gar Universitätslehrgänge hawaiischen Zuschnitts. Die Anstrengungen für mehr hawaiisches Selbstvertrauen werden immer spürbarer. Aloha Spirit unterstützt Bemühungen in diese Richtung.

(Hauptquelle: Niklaus R. Schweizer,  Turning Tide – the Ebb and Flow of Hawaiian Nationality; sh. unter Bücher)


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